Familiennachfolge im KMU: Warum scheitern 70% aller Übergaben? So gestalten Unternehmer in der Region Basel ihre Transition erfolgreich.
- Zsolt Kubecska
- 16. Apr.
- 2 Min. Lesezeit

Wenn der Sohn übernimmt - und das Unternehmen fast zerbricht
Hans Müller übergab seiner Maschinenbaufirma in Basel-Landschaft an seinen Sohn. Er glaubte: «Der kennt den Betrieb. Das wird klappen.» Drei Jahre später: Burnout, Kaderflucht, verlorener Grosskunde.
Kein fehlendes Können. Nur ein fehlender Übergabeplan.
Laut PwC Nachfolgestudie Schweiz 2025 berichten 25% der Familienbetriebe von Konflikten bei der Übergabe – häufig dort, wo klare Regeln fehlen.
Emotionale Hürden sind laut Raiffeisen Nachfolgestudie neben fehlenden Prozessen der häufigste Grund, warum Nachfolgelösungen scheitern.
Die unsichtbare Falle: Nähe als Risiko
Die grösste Illusion: «Wir kennen uns. Das wird klappen.» Genau das ist das Problem.
Was jede Checkliste zur Nachfolge als erstes fordert: klare Rollentrennung. Der Alt-Inhaber bleibt «der Chef». Der Nachfolger zögert. Mitarbeitende wissen nicht, wer entscheidet.
In Riehen, Binningen, Liestal: KMU, bei denen die Übergabe «im Gespräch ist» – seit fünf Jahren.
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Was einen echten Übergabeplan ausmacht
Ein guter Übergabeplan für die Familiennachfolge regelt das Unsichtbare:
1. Entscheidungshoheit – sofort und klar Ab Tag 1 entscheidet der Nachfolger. Nicht «in Absprache». Entscheidungshoheit muss dokumentiert sein.
2. Präsenz des Alt-Inhabers – mit Ablaufdatum Wann ist der Vorgänger nicht mehr im Tagesgeschäft? Ohne Enddatum gibt es keine echte Übergabe.
3. Kommunikation nach aussen – aktiv und gemeinsam Kunden, Lieferanten, Mitarbeitende brauchen Klarheit. Eine gute und klare Übergabe entsteht nicht durch Eile – sondern durch Vorbereitung.
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Die menschliche Seite – die niemand plant
Der Übergeber verliert nicht nur seinen Job. Er verliert seine Identität.
Ohne klares Rollenbild sabotieren viele Alt-Inhaber unbewusst den Nachfolger – nicht aus Böswilligkeit, sondern aus Orientierungslosigkeit. Deshalb: Führen Sie auch den Übergeber, nicht nur den Nachfolger.
«Die grösste Gefahr bei der Familiennachfolge ist nicht der Nachfolger. Es ist der Vorgänger, der nicht loslassen kann.» – Zsolt Kubecska, KMU-Consultant
Wie Sie die Akzeptanz im Team sichern
Mitarbeitende sind die Seismografen jeder Übergabe. Sie spüren Unsicherheit. Sie reagieren auf Machtvakuen.
Akzeptanz sichern bedeutet konkret: Schlüsselpersonen frühzeitig einbinden, den Nachfolger intern positionieren, bevor die Übergabe öffentlich ist.
In einem Basler Handelsunternehmen verlor der Nachfolger in den ersten 8 Monaten drei von fünf Abteilungsleitern. Der Grund: Sie hatten vom Wechsel aus der Zeitung erfahren. Das ist kein Extremfall. Das ist der Standard ohne Plan.
Ihr nächster Schritt
Setzen Sie sich mit dem Nachfolger zusammen. Klären Sie: Wer entscheidet ab wann was? Nicht theoretisch. Konkret. Schriftlich.
Wenn dieses Gespräch schwierig ist – dann ist jetzt der richtige Moment für externe Begleitung. Nicht weil Sie es nicht können. Sondern weil Nähe blind macht.
Zsolt Kubecska ist KMU-Consultant für Transition as-a-Service und Leadership-Trainer. Er begleitet KMU in der Region Basel bei Unternehmensübergaben.



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